Wie erwähnt sind die Laufzeiten der Motoren extrem unterschiedlich - lässt sich auch hier im Forum nachlesen. Und ja, man kann natürlich fast alles reparieren, gibt auch heute noch Ford-T-Modelle (wurden ab 1908 gebaut, sind inzwischen also weit über 100-jährig), welche auf der Strasse unterwegs sind. Nur - wie viel da investiert wurde um die hübschen Dinger fahrtüchtig zu halten sollte man lieber nicht fragen, das überschreitet um ein mehrfaches des ehemaligen Kaufpreises - von den Abgaswerten wollen wir lieber gar nicht anfangen .
Aber auch hier: wer sowas haben will und es bezahlen kann, dem sind die Abgaswerte nun mal völlig Latte, gefahren wird damit sowieso in den wenigsten Fällen (sind eigentlich reine Anlage-Objkete). Bei Motorrädern gibt es sowas eher selben, wobei z.B. eine Kreidler Florett heute einen Preis hat der über dem damaligen Kaufpreis liegt (Mist, hätte das Ding von meinem Grossvater mitnehmen sollen). Auch andere Oldtimer werden zu Sammlerpreisen gehandelt, aber auch hier dürfte ein mehrfaches vom Kaufpreis investiert worden sein bis das so zum Verkauf dasteht. Bis aus einer "alten Gurke" aber mal ein wertvoller Oldtimer wird, braucht es sehr viel Geduld, viel Zuwendung - und (sehr) viel Geld, das lohnt sich halt wirklich nur in sehr seltenen Fällen und wenn man diese Zeit aussitzen kann (zudem braucht man natürlich auch etwas Glück, z.B. kann ein alter T1 VW-Bus locker über 100'000 wert sein, während ein kaum wesentlich jüngerer Toyota High-Ace gerade mal ein 20stel davon kostet.
Wenn man die einzelnen Ersatzteil-Preise für ein Motorrad zusammenzählt, dann kommt man um ein vielfaches höher als was ein Motorrad neu kostet, weshalb nach einigen Jahren ein neuer Motor samt Einabukosten, Revision vom Fahrwerk und hübsch machen vom Rahmen ein klarer Fall für einen Totalschaden ist. Selbstverständlich ist das ökologisch Blödsinn, aber wenn man für den doppelten Preis ein neues Motorrad samt Werksgarantie und dazu die neusten Regel-Komponenten für Einspritzung und Abgaswerte bzw. ABS erhält, dann sind die wenigsten Bereit das Geld eher in einen Wiederaufbau zu stecken (ausser man ist selber Schrauber und hat einfach Spass daran - ist ja dann auch irgendwie ein Hobbi und das darf durchaus was kosten). Man ist wieder da so man angefangen hat: Där füfer und z'weggli gibt's eben nicht zusammen, es ist entweder oder.
Damit man das nicht missversteht: mir ist die Umwelt keineswegs egal, ich bin (bzw. war, aktuell eher am PC...was man unschwer erkennt ) oft am/auf dem Meer, in den Bergen oder sonst in der Natur unterwegs und sehe durchaus das Bedürfnis das so lang als möglich zu erhalten, aber dafür in einer ungeheizten Höhle zu wohnen, im Winter mit Korksandalen rumzuaufen oder eben auch nur auf Ferien oder ein Motorrad zu verzichten welches Spass macht, ist dann einfach zu viel verlangt - das muss aber jeder mit sich selber ausmachen und damit klar kommen (ein Arbeitskollege kommt auch bei den aktuellen Temperaturen noch immer mit dem Rennrad zur Arbeit - und das über 30 Kilometer täglich - wenn man es durchziehen will, ist das durchaus machbar).
Ich glaub wir kommen so nicht weiter, ein "echtes" Motorrad was nichts kostet, nichts braucht und hundert Jahre hält gibt es nicht und wird es nie geben, die Frage ist wo man welche Eingeständnisse machen will. Wie viel das dann in den nächsten 10 Jahren kostet, kann aktuell niemand genau sagen, da sowohl Abgaben wir Spritpreise und Versicherungsprämien Schwanken und je nach Rechtslage unklar ist, was da noch kommen mag - und wie lang man (im Schlimmsten - bzw. je nach Ansicht auch Besten) Fall überhaupt noch Verbrenner fahren darf. Somit bleibt als Tipp: kauf was Dich JETZT glücklich macht und schau dann später ob sich die Erwartungen erfüllen.