[Unboxing / Review] Naviguide A600, das Navi aus China mit Android

  • Die Suche nach einem Navi geht für mich in die nächste Runde.

    Nachdem ich mir zuerst ein (gebrauchtes) TomTom Rider 500 gekauft, mich ordentlich darüber geärgert und es schließlich wieder verkauft habe, begann die Suche nach einer Alternative.

    Meine Anforderungen an das Navi:

    • Standalone-Modus: Das Navi muss ohne Verbindung zum Handy funktionieren – sprich, die Karten sollen offline verfügbar sein.
    • Android: Ich möchte keine proprietäre Software mehr, die einfach abgeschaltet wird, wenn der Hersteller keine Lust mehr hat (wie TomTom es mit der MyDrive-App gemacht hat).
    • Verbindung zum Smartphone: Es sollte möglich sein, Ziele ans Navi zu senden, Anrufe zu beantworten und Musik zu steuern.
    • TPMS-Support: Wer’s kennt, weiß Bescheid – ein Nagel im Reifen und man merkt’s zu spät. Ein TPMS hat mir schon mal eine böse Überraschung erspart.
    • Stabile Hardware: Das Betriebssystem soll flüssig laufen – nicht so wie beim TT500, das abgestürzt ist, weil ein Pin zu viel auf der Karte war.
    • 4G-Unterstützung via SIM-Karte: Ich kenn das nur zu gut – Handy-Akku leer, Navi spinnt, und dann darf man wieder Schilder lesen wie in den 90ern :zany_face:. Nein danke, nicht nochmal.
    • Speicherplatz: Die 16 GB des TT500 waren "okay", aber im Jahr 2025 ist das einfach nicht mehr zulässig.
    • Preis: Günstiger als ein Zumo XT oder TomTom Rider – was jetzt echt keine Kunst ist...

    Die Auswahl war... sagen wir mal „interessant“.
    Wer schon mal auf AliExpress unterwegs war, weiß wovon ich rede: hundert Mal das gleiche Gerät, immer mit denselben Specs – aber jedes Mal irgendwie anders beschrieben.

    Nach einer ziemlich langen Suche bin ich schließlich auf das „Naviguide A600“ gestoßen – ein Navi, das alle meine Anforderungen erfüllt und sogar noch mehr bietet.

    Features:

    • Vollständiger Standalone-Modus
    • Android 12 (eigentlich Android 9, dazu später mehr)
    • Android Auto & Apple CarPlay
    • TPMS im Lieferumfang enthalten
    • 4 GB RAM, 64 GB integrierter Speicher
    • Voller 4G-Netcom-Support
    • Sony 307 Kameras zur Tourenaufzeichnung
    • Preis: ca. 180 CHF (neu, inkl. Rabatte, Zoll, MwSt. usw.)

    Unboxing:

    Nach rund 1,5 Wochen Lieferzeit stand das gute Stück vor der Tür.
    Erster Eindruck: „Naja... die Rechtschreibung auf der Verpackung lässt zu wünschen übrig.“

    Also das Teil ausgepackt und genauer angeschaut, in der Box hatte ich:

    Das Navi und die TPMS Module


    Die Kameras, eine "Fernbedienung", und zeug um das ganze zu Montieren

    Und eine kleine Anleitung mit all den Features die das Navi hat

    Und... das war’s auch schon. Mehr ist nicht dabei.
    Zum Zeitpunkt des Schreibens bin ich (noch) nicht dazu gekommen, das Navi einzurichten – ich warte noch auf ein paar WAGO-Klemmen und GelBoxen :squinting_face_with_tongue:
    Sobald ich alles installiert habe, werde ich den Post entweder aktualisieren oder einfach unten weiterschreiben.

    Fazit bis hierhin:
    Wenn alle Features wie versprochen funktionieren, dann ist das Teil ein absoluter Preis-Leistungs-Hammer – vor allem im Vergleich zu einem TT500 (Neupreis: 270–380 CHF je nach Zubehör) oder einem Zumo XT / XT2 (neu so 400–500 CHF).

    Einmal editiert, zuletzt von MIzz141 (6. April 2025 19:09)

    • Handy-Akku leer, Navi spinnt, und dann darf man wieder Schilder lesen wie in den 90ern :zany_face:. Nein danke, nicht nochmal.

    Ist Jahrgang 2001 und schimpft über die 90er... :face_with_hand_over_mouth:

    Vielen Dank. Ich bin gespannt auf deine weiteren Berichte. (Mein Garmin Zümo 395 hat mittlerweile ~140'000 km drauf und ist 9 Jahre alt, funktioniert immer noch tadellos).

    In einer Ménage à trois:

    Moto Guzzi Stelvio 1200 8V NTX & California II, BMW F650GS

    Getrennt:

    TS 50 ER RD 125 (2 Zyl.) RD 125 LC RD 250 YPVS

    VF 750 C, AN 125, AN 400 Burgmann

    Guzzi on tour

  • Mit (analoger) Karte eine Tour planen und dann nach Schildern fahren hat auch seinen Charme. 🥰 Da sieht, entdeckt und vor allem verinnerlicht man mehr von der Route, den Orten und der Geografie im Allgemeinen. 😉

    Aber verstehe (und benutze auch) die Vorzüge eines Navis. 🤷‍♂️

    "Vier Räder bewegen den Körper, Zwei Räder bewegen die Seele."

  • Mit (analoger) Karte eine Tour planen und dann nach Schildern fahren hat auch seinen Charme. 🥰 Da sieht, entdeckt und vor allem verinnerlicht man mehr von der Route, den Orten und der Geografie im Allgemeinen. 😉

    Aber verstehe (und benutze auch) die Vorzüge eines Navis. 🤷‍♂️

    Stimm ich komplett zu, machte ich auch schon ein paar mal, besonders als Vorbereitung für die Prüfung, da sieht man schon eher die ganzen Rechtsvortritte überall :woozy_face:

  • Ist das Teil jetzt von aliexpress/temu? Oder woher? Danke


    Freue mich auf deinen erfahrungsbericht

    a.D.: Yamaha DT 125 MX :top:, Honda NSR 125 , Honda CB 250G , Honda VTR 1000 SP2

    i.B.: Kawasaki KLE 500 , Honda CBR 600 F , Honda CRF 1000L Africa Twin , Ducati Scrambler Urban Enduro :tee:

  • Sags mal so.

    Hohe Ansprüche haben, immer billigen Scheiss und SCHNAEPPCHEN kaufen, sparen wollen und dann - Nein Danke bloss das nicht mehr :confused_face:

    Wann kaufst jetzt was Rechtes?

    Ich habe wie der Irre etwas anständiges, ein Zumo XT und keine Probleme damit seit Jahren. Brauchs auch im Auto und auf dem Töff auch schon Offroad.

    Vielleicht solltest wie bereits angedeutet wurde, in einen Tankrucksack mit Kartensichtfenster investieren?

    Aber um nicht unfair zu wirken, guter Bericht :winking_face: :top: :hutab:

    Si vis pacem para bellum

  • Ist das Teil jetzt von aliexpress/temu? Oder woher? Danke

    Aliexpress, Server hat bereits nen Link gepostet, ich wusste nicht ob man das darf, also hab ich das weggelassen, gibt ein paar angebote von verschiedenen stores, auf Temu findest du das teil auch nicht (selbst ich habe standarts).

    Zitat von Bidu

    Hohe Ansprüche haben, immer billigen Scheiss und SCHNAEPPCHEN kaufen, sparen wollen und dann - Nein Danke bloss das nicht mehr :confused_face:

    Naja, es gäbe noch billigere alternativen für 40-60chf, auch von Naviguide oder EVKEY, die beruhen dann aber auf einem Linux System, können nur Android Auto oder Apple Carplay, haben knapp 512mb RAM und 0 Speicher weil diese ja nur als head-unit benutzt werden, also "billig" war das ganze bestimmt nicht.

    Zitat von Bidu

    Ich habe wie der Irre etwas anständiges, ein Zumo XT und keine Probleme damit seit Jahren. Brauchs auch im Auto und auf dem Töff auch schon Offroad.

    Schön dass es für dich funktiioniert, ich habe auch mit der Idee rumgespielt mir ein Zumo XT / 2 zuzulegen, aber selbst gebraucht finde ich diese nur für 250+ CHF.

    Zitat von Bidu

    Noch kann er es zurückgeben und was anständiges kaufen :winking_face: :rolling_on_the_floor_laughing::face_with_tears_of_joy::grinning_face_with_sweat:

    Nö.

  • Also, zurück zum Wesentlichen.

    Das Navi an die Stromversorgung angeschlossen und gestartet – nach einer kleinen Animation landet man direkt im Hauptmenü:


    Erster Schritt: WLAN verbunden und den Helm per Bluetooth gekoppelt – beides hat auf Anhieb und völlig problemlos funktioniert.

    Danach musste erstmal ein Firmware-Update runtergeladen werden. Das Ganze hat dann aber schon so eine gute Stunde gedauert, bis es vollständig geladen und installiert war.

    Im Anschluss wollte ich natürlich wissen, was unter der Haube steckt. Wie im ersten Post bereits angedeutet:
    In der Werbung wird großspurig Android 12 versprochen – tatsächlich läuft aber Android 9.

    Woher ich das schon vorher wusste? Aus einem Review. 😅

    Android 12 (eigentlich Android 9, dazu später mehr)


    Kein Weltuntergang – die meisten Apps laufen auch auf Android 9.
    Aber: Mit diesem „Fund“ kann ich eventuell eine partielle oder sogar vollständige Rückerstattung beantragen, ohne das Gerät zurücksenden zu müssen. :clown_face: :clown_face:
    Ein Hoch auf Kapitalismus und Kundenservice!

    Das Navi unterstützt übrigens auch Android Auto und Apple CarPlay.
    Beide sind eher für weniger leistungsstarke Geräte gedacht – aber der verbaute Helio P22 von MediaTek hat genug Power, um ein natives Android flüssig laufen zu lassen. Auch wenn der Chip schon von 2018 ist und eher zur Mittelklasse gehört.

    Android Auto funktioniert jedenfalls schon mal einwandfrei:
    Handy eingeschaltet, Bluetooth verbunden – und zack: Google Maps und PlexAmp (für Musik) sind direkt auf dem Homescreen einsatzbereit für die nächste Ausfahrt.

    (Den Großteil musste ich zensieren – ich will ja nicht meinen Standort im Internet veröffentlichen)

    Aber mein Ziel ist es ja eigentlich nicht, Android Auto zu nutzen, sondern lieber die integrierten Features des Navis selbst.

    Mit Google Maps hat das direkt funktioniert – bei PlexAmp gab's allerdings ein paar Login-Probleme.
    Nachdem ich die aber aus dem Weg geräumt hatte, hab ich das Interface gleich mal ausprobiert. Glücklicherweise bietet PlexAmp einen „Car Mode“ an – der macht einfach alle Buttons riesig.

    Einmal editiert, zuletzt von MIzz141 (6. April 2025 19:16)

  • Weiter geht’s mit den Kameras.

    Beide Kameras werden – soweit ich das erkennen kann – über einen proprietären, wasserdichten Anschluss angeschlossen. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass man den separat irgendwo kaufen kann, wenn man ihn braucht.

    Die Sensoren, die ich bestellt habe, sind Sony 307 – die kommen auch in vielen Dashcams zum Einsatz und existieren in zig verschiedenen Varianten und Gehäusen.
    Leider ist’s im Internet aktuell schwierig, echte Infos dazu zu finden – die meisten Reviews wirken neuerdings komplett KI-generiert, also so richtig brauchbare Infos? Fehlanzeige.

    Aber die Sony 307 Sollten auch bei niedrigeren Lichtverhältnissen gute Resultate bringen, ob sich das als richtig herausstellt muss ich noch sehen.

    Die Kameras selbst sind angenehm kompakt gehalten, die Kabel scheinen aber lang genug, um problemlos von einem Kennzeichenhalter hinten bis nach vorne zur Head-Unit zu reichen.




    Testaufbau:
    Ziemlich simpel – ich hab die Kameras einfach auf ein Objekt gerichtet, die DVR-App gestartet, und so sieht das Ganze aus:

    Es gibt drei Kamera-Modi:

    • Front- und Rückkamera gleichzeitig
    • Nur Frontkamera
    • Nur Rückkamera (ziemlich praktisch zum Einparken 😄)

    Der Blickwinkel (FOV) beider Kameras ist recht weit – was natürlich zu einem "Fischaugen-Effekt" führt.
    Wer Actioncams wie die GoPro kennt, weiß ganz genau, wovon ich rede.

    Naja, mehr kann ich zurzeit nichtmehr schreiben, die weiteren tests mit dem A600 sollten nächste woche folgen wenn ich es installiert habe, aber wie in post ganz oben schon erwähnt, ich warte noch auf das nötige werkzeug um es anschliessen zu können.

    Einmal editiert, zuletzt von MIzz141 (6. April 2025 19:21)


  • (Den Großteil musste ich zensieren – ich will ja nicht meinen Standort im Internet veröffentlichen)


    Lustig dann hättest du aber die Bilder auch nicht hochladen dürfen. Oder aber die Exif Daten anpassen :winking_face:

    Hoffe du bist mit deinem Google Pixel 9 XL zufrieden :winking_face:

  • Warte... die EXIF daten werden nicht automatisch gestripped wenn man die files hochlädt?

    Na toll, schöne scheisse, wieso macht man das nicht?!

  • Sehr gut gemacht, tolle opsec, nutzer einfach ihre fotos hochladen zu lassen ohne jegliche exif daten zu strippen, ich will garnicht wissen wieviele andere sich schon unwissentlich gedoxxt haben indem man bilder hochgeladen hat.