Stand von Bremsflüssigkeit korrekt ablesen?

  • Saluti zeme

    Der eint oder andere hat sich bestimmt genau wie ich auch schon gefragt wie man den Flüssigkeitsstand der Bremsen korrekt abliest.

    Hinten ist es klar, der Töff muss ± in der Waagrechten stehen und schon kann abgelesen werden.

    Muss der Behälter ± in die Waage gebracht werden (sprich in Längs- und Querachse) oder genügt es wenn die Längsachse (Seite an welcher das Bullauge ist) in der Waage steht?

    Bei meiner Suzu habe ich ein Bullauge und eine Lower-Markierung. Wenn ich den Behälter genau in die Waage bringe, ist der Stand OK aber wenn ich den Behälter in der Neigung welcher der Bremshebel eingestellt ist ablese, ist der Stand zu tief.

    Wie liest man den Stand beim vorderen Vorratsbehälter nun richtig ab?
    Habe ich in meinem Fall nun zu wenig Flüssigkeit im Behältnis?

  • Gerade Stellen, aufschrauben, Diaphragm weg lupfen, nachschauen, nachütten, oder Gelegenheit nutzen und die Bremsflüssigkeit wechseln (sollte man spätestens alle 2 jahre). Denn wenn du ein neues Gebinde anbrichst ist dies eh nicht lange haltbar. In den Weiten des Internets liest man von 6 Monate bis 2 Jahre.

    Flüssigkeitverlust sollte es eigentlich nicht geben. Zu tiefer Stand kommt jedoch meisst von abgenutzten Bremsbelägen. Bremsbeläge erneuern und der Stand ist wieder meist auch wieder O.K.

    PS: Ich bin ein DUMMSCHWÄTZER !!!

  • Den Töff bzw. den Lenker so dass der Behälter wagerecht ist. Und dann öffnen und schauen wo der Stand wirklich ist.
    Ich war noch nie in der Lage am Bullauge was zu sehen. Das Ding zeigt ja auch nur min an. Wieviel weiter oben max ist kannst du am hinteren Behälter erahnen.

    PS: Ich bin ein DUMMSCHWÄTZER !!!

  • Bei einer langen Pässefahrt habe ich das phänomen, dass die vordere Bremse einmal plötzlich knüppelhart wird, aus dem Nichts. In den Weiten des Webs hab ich gelesen, dass das passiert wenn zuviel Flüssigkeit im Vorratsbehälter ist.

    Nun habe ich etwas Flüssigkeit rausgezogen mit einer Spritze, dass der Pegel 2-3 mm über der „Lower“-Markierung ist.

    Worauf schaue ich denn wenn ich den Pegel beim offnen Behälter ablesen will? Wie hoch sollte es gefüllt sein?

  • Wenn der Ausgleichsbehälter randvoll gemacht wurde und nun die Flüssigkeit durch viel Bremsen sich im Bremssattel erwärmt, dehnt sie sich aus. Da nun das überschüssige Volumen nicht in den Ausgleichsbehälter kann, wandert der Druckpunkt. Dieser geht nun weg vom Griff, denn die Beläge können nun nicht mehr gleich weit weg von der Scheibe bei gelöstem Hebel. Hoffe du meinst das mit der Knüppelharten Bremse.

    Faustregel: lieber leicht unter Minimum als über Maximum.

    :confused_face:
    Macht für mich wenig Sinn, da die Bremsen ein Teil der Lebensversicherung sind. Klar sobald der Bremshebel gezogen wird ist der Ausgleichsbehälter vom Drucksystem abgetrennt, aber wass wenn der Sattel seicht? Dann spürst du wie der Hebel zum Griff wandert ohne das es kräftiger bremst. Wenn du dann den Hebel los lässt, hast du dann e.v zu wenig Flüssigkeit im Behälter, um das Drucksystem nochmals komplett zu füllen. Was aber notwendig wäre um eine letzte Bremsung bis zum Stillstand zu machen. Das bei nen Pass hinab? Nee danke, dann noch lieber oben beschriebenes Druckpunktproblem.

    Deshalb habe ich den Füllstand auch lieber leicht unter dem Maximum als knapp über dem Minimum.

    Sofern es keine Maximalanzeige hat, soweit befüllen das noch etwas Luft drin ist.

    Wer Rechtschreibefehler findet der darf sie behalten

  • Hi Leute
    Bitte bastelt nicht an den Bremsen rum, wenn ihr nicht sicher seid, was ihr da macht (Bremsflüssigkeit wechseln ohne eine Ahnung zu haben, kann ganz schön ins Auge gehen, einerseits weil das Zeug agressiv ist, andererseits weil eine nicht entlüftete Bremse dann beim Pässefahren ganz schnell gar keine Bremse mehr ist).

    Schon klar, dass man mal ein Auge auf die Pegelstände werden soll, aber wenn man die vorgeschriebenen Serviceintervalle einhält und nichts "sifft" (was bei Bremsen sowieso übel ist, denn die Bremsscheibe ist nicht weit und Öl auf einer Bremsscheibe hat noch nie für überzeugende Bremsleistungen gesorgt) dann muss man sich hier keine grossen Sorgen machen. Ob der Pegelstand nun 1mm höher oder tiefer ist, ist ziemlich egal, das ist wie beim Motor-Öl - solange es über Minimum ist (böld natürlich, wenn kein Maximum-Pegel vorhanden ist, da sollte er dann auch drunter sein) ist alles im grünen Bereich. Wenn die Bremse sich mal etwas härter anfühlt (kann, so ganz nebenbei, auch daran liegen, dass die Finger vom lauter Bremsen auch bisschen das Feingefühl verloren haben) ist das noch immer besser, als wenn's gar kaum - bis gar nicht mehr bremst :wacko: .

    Wenn jemand Selbstbastler mit Erfahrung oder gar Mechaniker ist, sieht das natürlich anders aus, aber für alle anderen: lieber den Mech ranlassen wenn's um Bremsen geht, sonst kann das mal ganz übel ins Auge gehen.

    Marc

  • :confused_face: Macht für mich wenig Sinn, da die Bremsen ein Teil der Lebensversicherung sind. Klar sobald der Bremshebel gezogen wird ist der Ausgleichsbehälter vom Drucksystem abgetrennt, aber wass wenn der Sattel seicht?


    Was ist denn das für ne Argumentation? Wenn einer mit weniger Luft im Reifen als vom Hersteller empfohlen fährt, fragst du dann auch "Was wenn du über einen Nagel fährst?" ?

    Aber fahren wir doch mal deinen Pass hinunter. Was ist wohl wahrscheinlicher? Dass der Bremssattel sifft oder dass die Bremsflüssigkeit sich erhitzt und damit ausdehnt?
    Wie du richtig erklärst, würde der Druckpunkt bei Bremsflüssigkeitsverlust nach hinten wandern. das merkt man dann und schaut was los ist. Weisst du, wieviel Bremsflüssigkeit man durch das System pumpt, wenn man den Hebel einmal komplett durchzieht? Fast nix! Also bei unten komplett offenem System (entlüften) musste ab Minimum etwa 10x voll durchziehen, damit der Pegel zum kritischen Punkt kommen würde, damit das System Luft ziehen kann. Das reicht also locker noch für deine letzte Notbremsung :winking_face:
    Aber was passiert nun, wenn der Behälter durch die ausgedehnte Flüssigkeit randvoll ist und du gerade stark am bremsen bist? Wo soll die Bremsflüssigkeit hin, wenn du die Bremse wieder los lässt? Wenn sie nirgends hin kann, bremst es einfach weiter, ohne dass du es möchtest. Also ICH möchte das nicht haben ;-). Im besten Fall drückt es dir einfach Flüssigkeit oben aus dem Behälter raus, aber das gibt auch eine Sauerei.

    Einer ist immer schneller - zum Beispiel ich :winking_face:
    Quod gratis asseritur, gratis negatur

  • Der Vollständigkeit halber sei noch erwähnt, dass man bei neuen Belägen eher Richtung Maximum gehen sollte, um nicht durch den Verschleiss der Beläge plötzlich zu wenig Flüssigkeit im Behälter zu haben. Wobei, während der Lebensdauer von Bremsbelägen schaue ich persönlich eh mehr als einmal nach der Bremsflüssigkeit :winking_face:

    Und ja, von der Herstellerempfehlung abweichen sollte man nur, wenn man genau weiss, was und warum man es tut :winking_face:

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    Quod gratis asseritur, gratis negatur

    2 Mal editiert, zuletzt von Boo (27. Juli 2018 10:06)

  • @Boo Die mangelnde Luft im Reifen macht sich irgend wann auch bemerkbar. Aber dort ist es eher eine Frage des Geschmackes wann es nicht mehr passt als dass der Reifen abrupt seinen Dienst quittiert. Die Bremse ist bei mangelnder Flüssigkeit im Drucksystem schon etwas sensibler :winking_face: und wenn es dir nun den Reifen aufschlitzt oder die Bremsleitung aufreisst, hilft auch die perfekte Befüllung nichts, ist mir ebenfalls klar. Genauso bewusst bin ich mir, dass ein erwärmen der Bremsflüssigkeit 10'000 mal wahrscheinlicher ist als dass eine Bremse nenneswert undicht wird.
    Aber eine undichtigkeit kommt meist auch eher schleichend. Wenn du ein paar hundert Km am Tag machst, schaust du dann alle 50km nach der Bremsflüssigkeit? Ich zumindest nicht. Und wie viel mal bremst du dabei? Wenn du 100 mal bremst und du verlierst 1/10 von dem was du beim entlüften raus lässt, bist du wieder bei der gleichen Menge.
    Bist du schon zuvor beim minimum, kommst du vieleicht mit Luft in der Bremse nach hause oder auch nicht. Wenn du aber fast beim maximum bist, ist es doch wesentlich warscheinlicher, dass du noch mit "voller" Bremse nach hause kommst.
    Wenn du Bremst, ist der Behälter vom Geberzylinder getrennt. Sobald du loslässt erhöhst du ja schonmal das Volumen im Geberzylinder, es bremst also schon mal weniger. Wenn es nun aber bremst obwohl es nicht sollte, wird es keine Vollbremsung sein.
    Was dir nun lieber ist, überlasse ich dir. Es aber so als Faustregel zu definieren finde ich schon etwas unvernünftig.
    Die Hersteller verbauen ja auch nicht grundlos solche "Kübel" und wenn das Volumen sowiso vorhanden ist, wiso nicht einfach nutzen?

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  • Wenn du aber fast beim maximum bist, ist es doch wesentlich warscheinlicher, dass du noch mit "voller" Bremse nach hause kommst.

    Vielleicht merkst du es bei leerem Behälter schon 10m von der Haustüre und bleibst zu Hause, bei vollem Behälter kommst du gerade noch auf die Passhöhe ohne es zu merken und da sitzt du dann...
    Dreh es wie du willst, aber wenn das System undicht ist, ist es eine Frage des Zufalls, wann und wo es gerade kritisch wird. Daher ist das ganz einfach kein Argument :winking_face:


    Zitat von lender

    Es aber so als Faustregel zu definieren finde ich schon etwas unvernünftig.


    Die Faustregel besagt ja nicht, dass man bei ner Inspektion unter das Minimum gehen sollte, sondern dass das Maximum auf keinen Fall überschritten werden sollte :winking_face: .

    Einer ist immer schneller - zum Beispiel ich :winking_face:
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  • Hey Leute im Grunde seht ihr hier aus meiner Sicht etwas falsch.

    Im Grund der Dinge wird Bremsflüssigkeit nicht nachgefüllt sondern nur gewechselt.

    Wenn also die Bremsflüssigkeit aufm Minimum ist, sollten eigentlich schnellstens die Restdicke der Bremsbeläge angeschaut und hierbei auch gleich die Scheibendicke gemessen werden.

    Bei neuen Bremsbelägen sind die Bremszylinder eingentlich nahezu ganz eingefahren, d.h. quasi fast alle Bremsflüssigkeit ist im System (Bremsleitung + ABS (wer hat) +Bremspumpe und Bremsflüssigkeitsbehälter.
    Werden die Beläge neu ersetzt, wird nach dem Entlüften die Bremsflüssigkeit aufs Maximum aufgefüllt.

    Dies wiederum reicht dann um die Beläge quasi wieder bis aufs Eisen runterzugfahren, ohne dass Bremsflüssigkeit nachgefüllt werden muss, denn verloren, oder verdunstet wird nichts wie dies vielfachs angenommen wird.

    Das Volumen bleibt also quasi identisch. auch wenn mit heftigem oder längerem Gebrauch der Wasseranteil der Bremsflüssigkeit steigt.

    Erfolgt nun sinnvoller weise ein jährlicher Wechsel der Bremsflüssigkeit statt und die Beläge werden nicht gewechselt, bedeutet dies eigentlich nichts anderes, als dass sich zuviel Bremsflüssigkeit im System befindet, denn der Mech wird natürlich auf Max Markierung einfüllen.
    Wechselst dann die Beläge und drückst die Zylinder zurück, wird es oben im Behälter, falls offen, überquellen.

    Es kann natürlich sein, dass die Bremsflüssigkeitsreservoire zu kleinvolumig ausgelegt wurden und vor zur Neige gehenden Belägen nachgefüllt werden muss, habe ich persönlich aber noch nicht erlebt.

    Lange Rede kurzer Sinn:
    - Schaut bei Minimum die Bremsbeläge an und auch gleich die Scheibendicke
    - Oeffnet den Ausgleichsbehälter nie für eine Sichtkontrolle
    - Wechselt die Bremsflüssigkeit jedes Jahr wenn ihr das FZ bewegt, unabhängig der gefahrenen Km
    - Sichtet die Bremsbeläge unabhängig vom Bremsflüssigkeitsstand gut 2 mal pro Jahr

    Si vis pacem para bellum

  • @Boo Nun ja, dass ist dann wohl der Interpretationsspielraum. Ich würde es eher als "besser unter als über dem Maximum" formulieren.

    Wenn es seicht wie ne durchtrennte Bremsleitung, dann merke ich das schon bevor ich aus der Garage fahre. Wenn es aber nur minimal ist, reicht ein gut befüllter Behälter eher den ganzen Tag als wenn er fast leer ist.
    Und ja, es hängt von vielen Faktoren ab, wie weit es reicht. Grösse des Lecks, Bremsdruck, Bremseinsatz und eben der Reserve. Und wenn du es vor der Haustüre bemerkst, hattest du schwein und auf dem Pass oben pech.

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